Zurück zur Übersicht Ausflugsziel
Ausflugsziel · Dolomiten

Lago di Sorapis

Der milchig-türkise Bergsee auf 1.925 m — eine der spektakulärsten Wanderungen der ganzen Dolomiten.

„Die Wanderung zum Lago di Sorapis zählt zu den bekanntesten und landschaftlich spektakulärsten Touren in den Dolomiten — und gleichzeitig zu den meistfrequentierten."

Der Lago di Sorapis (deutsch: Sorapissee) liegt im Sorapiss-Gebirge in der Provinz Belluno (Venetien), rund 12 km von Cortina d'Ampezzo entfernt. Sein Wasser leuchtet in einem unwirklichen Milchtürkis, über dem See ragt der markante Felszahn Dito di Dio („Finger Gottes") auf — und das Erlebnis beginnt schon auf dem Weg dorthin.

💧
1.925 m
Seehöhe
🅿️
Tre Croci
Start auf 1.805 m
📏
ca. 11,5 km
hin & zurück (Steig 215)
📈
ca. 620 m
Höhenmeter
⏱️
ca. 4–5 Std
reine Gehzeit
⚠️
Mittel
mit gesicherten Schlüsselstellen
Video

Der Lago di Sorapis im Video

Video über die Wanderung zum Lago di Sorapis Video auf YouTube ansehen
Der Weg

Die Wanderung Schritt für Schritt

1
Start am Passo Tre Croci (1.805 m), dem Bergpass zwischen Cortina d'Ampezzo und Misurina. Rund 200 m unterhalb der Passhöhe Richtung Misurina zweigt der markierte Steig Nr. 215 nach Süden ab.
2
Zuerst geht es auf breitem Forstweg durch einen ruhigen Lärchen- und Fichtenwald. Am Wegrand stehen historische Bunker aus dem Ersten Weltkrieg, die man von außen betrachten kann.
3
Nach etwa 20–30 Minuten wird der Weg schmaler und zieht am Hang entlang. An einem Wasserfall kann man die Trinkflasche füllen — die letzte Wasserstelle. Der Wald lichtet sich und gibt den Blick auf das mächtige Massiv des Monte Cristallo frei. Stellenweise ist der Steig bis zu 20 % steil.
4
Jetzt kommt der spektakulärste, aber auch anspruchsvollste Abschnitt: eine teils ausgesetzte Hangtraverse, oft nur knapp 80 cm breit, links mitunter senkrecht ins Tal. Viele Stellen sind mit Stahlseilen gesichert — Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Konzentration sind nötig. Der Blick zurück lohnt sich: der Misurinasee und die Drei Zinnen von ihrer Rückseite.
5
Nach der Traverse öffnet sich eine weite Mulde mit Latschenkiefern. Der finale Aufstieg führt durch Schutt- und Blockgelände, über dem sich die gewaltige Nordwand des Monte Sorapiss erhebt.
6
Nach rund 2 Stunden ist die flache Senke erreicht, in der der Lago di Sorapis (1.923 m) liegt — eingerahmt von grauen Felswänden. Erst direkt am See zeigt sich das berühmte milchig-türkisfarbene Wasser.

Rückweg auf demselben Steig, dafür noch einmal ca. 2 bis 2,5 Stunden einplanen.

Bilder

Türkis zwischen grauen Felswänden

Gut zu wissen

Warum türkis — und worauf man achten sollte

Das Geheimnis der Farbe

  • Die Farbe entsteht durch feinstes Gesteinsmehl (Gletscherschliff)
  • Es wird vom darüberliegenden Sorapis-Gletscher mit dem Schmelzwasser in den See gespült
  • Im Hochsommer wirkt das Wasser am tiefsten und blausten
  • Im August führt der See manchmal kaum Wasser, im Winter ist er schneebedeckt

Worauf achten

  • Feste Wanderschuhe, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich
  • Wanderstöcke empfehlenswert; genug Wasser mitnehmen — unterwegs gibt es keine Trinkwasserquelle
  • Früh starten: die Parkplätze am Passo Tre Croci sind oft schon ab 10 Uhr morgens voll
  • Baden und Wildcampen sind verboten — zum Schutz des empfindlichen Sees
  • Im Sommer sehr starker Andrang: an den seilgesicherten Engstellen können Wartezeiten entstehen
  • Bestes Licht am Morgen — dann leuchtet das Wasser am türkisesten; ideal von Ende Juni bis September, wenn die Wege schneefrei sind
Alternativen

Andere Wege zum See

Rundwanderung über Forcella Marcoira

  • Aufstieg über Weg 215, Rückweg über Weg 216 über die Forcella Marcoira (2.307 m)
  • Je nach Quelle ca. 13–14,4 km und rund 760–800 Höhenmeter, etwa 5 bis 7 Stunden
  • Schwer, mit steilen Geröllhängen und kaum gesichert — nur für erfahrene, trittsichere Wanderer
  • Dafür sehr ruhig, mit alpiner Rundsicht am Sattel — gut, um den Menschenmassen auszuweichen

Zustieg ab Valbona / Federavecchia

  • Start bei Federavecchia / Valbona (1.343 m), Weg Nr. 217
  • Ca. 9 km, rund 600 Höhenmeter
  • Anfangs breiter Steig durch Buchenwald und Weiden, am Wasserfall vorbei
  • Ruhiger — weicht dem großen Andrang auf dem Steig 215 aus
Karte

Wo der Lago di Sorapis liegt