Die „Scala del Menighel" ist nicht nur ein kurzer Klettersteig, sondern das spektakuläre Herzstück einer der schönsten Umrundungen der Dolomiten: der großen Runde um die Tofana di Rozes (3.225 m). Rund 14,7 km, etwa 6 Stunden und 980 Höhenmeter führen einmal um den mächtigen Berg.
Unterwegs reihen sich Höhepunkte aneinander — die Grotta della Tofana, weite Blicke auf Pelmo, Civetta, Antelao und Sorapis, die historische Sprossen-Leiter und eine der berühmtesten Kriegsschauplätze des Ersten Weltkriegs. Die Leiter selbst (270 Sprossen, rund 70 m, Klettersteig-Schwierigkeit B/C) wurde 1907 vom Schmied Luigi Gilarduzzi, genannt „Meneghel", angelegt — als erster Ampezzaner Klettersteig.
Leiter, Wände & Wege rund um die Tofana
Die Umrundung im Video
Auf YouTube ansehen
Einmal um die Tofana di Rozes
Was hier im Ersten Weltkrieg geschah
Die Tofane gehörten zu den blutigsten Schauplätzen des Ersten Weltkriegs — und die Runde um die Tofana di Rozes führt mitten durch dieses Gelände.
Die Front rund um den Berg
- Am Col dei Bos verlief 1916 die italienische Frontlinie — vom „Mysterious Stone" bis zum Castelletto der Tofana di Rozes
- Von hier blickten die Soldaten über das wilde Val Travenanzes, das überwiegend von österreichisch-ungarischen Truppen besetzt war
- An der Forcella Travenanzes sind bis heute österreichische Posten mit Schießscharten im Fels zu sehen
- Auch die Menighel-Leiter spielte eine Rolle: Im Krieg verbogen die Italiener ihre Sprossen, damit die Österreicher sie nicht überqueren konnten
Spuren entlang des Weges
- Der Castelletto: Am 11. Juli 1916 zündeten die Italiener am Ende eines Minenstollens rund 35 Tonnen Sprengstoff, um den Felsturm zu nehmen
- Dunkle Kriegsstellungen in der Castelletto-Südwand und ein rund 500 m langer Stollen
- Die Ruine des ehemaligen Rifugio Cantore (2.542 m)
- Das Denkmal für den Alpini-General Antonio Cantore, 1915 von einem Scharfschützen erschossen
Die Leiter, Ausrüstung & Anfahrt
Die historische Leiter
- 1907 vom Schmied Luigi Gilarduzzi („Meneghel") angelegt — er betrieb die Wolf-Glanvell-Hütte im Travenanzestal
- Gebaut, damit die Hütte mehr Gäste bekam — 270 Sprossen mit Metallseil, rund 70 m die Wand hinauf
- Gilt als erster Ampezzaner Klettersteig; in den 1960er-Jahren von Cortinas Bergführern restauriert
Ausrüstung & Anfahrt
- Trittsicherheit und Ausdauer, für die Leiter ein Klettersteigset und Helm, Stirnlampe für die Grotte
- Beste Zeit: Juni bis September; im Frühsommer rauscht unterwegs ein Wasserfall
- Anfahrt von Cortina über die S.S. 48 Richtung Falzarego zum Rifugio Dibona
- Einkehr am Rifugio Dibona und am Rifugio Giussani
- Das Rifugio Giussani ist von Mitte Juni bis Mitte September geöffnet (vorläufiger Zeitpunkt; bei schönem Wetter im Herbst eventuell länger), im Winter geschlossen
